Handybetriebssystem: Google Android

Obwohl Android 2008 zum ersten Mal auf einem käuflich erhältlichen Smartphone eingesetzt wurde und damit zu den jüngsten Vertretern der Handybetriebssysteme gehört, ist es heute das am weitesten verbreitete System. Die Entwicklungsgeschichte begann jedoch schon 2003, als Andy Rubin ein gleichnamiges Unternehmen gründete, das 2005 von Google aufgekauft wurde. Von da an war der Suchmaschinenbetreiber maßgeblich für die Entwicklung des Systems verantwortlich.

Von iOS inspiriert, im Kern aber verschieden

Anfangs orientierte man sich an bereits bestehenden Systemen wie Symbian und Blackberry OS, die damals bevorzugt über eine Tastatur bedient wurden. Mit der Veröffentlichung des ersten iPhones zeichnete sich allerdings ab, dass die Zukunft in Touchscreens liegen würde, weshalb man in kurzer Zeit eine neue Oberfläche erstellte, die funktional an das von Apple entwickelte iPhone OS angelehnt war. Eine einfache Kopie sollte Android jedoch nicht werden. Das stellte Google mit einem alternativen Entwicklungsansatz sicher. Anstatt wie der Konkurrent aus Cupertino die Arbeit an der Software allein voranzutreiben, suchte sich der Internetkonzern Partner und gründete die Open Handset Alliance, der bis Anfang 2016 mehr als 80 Unternehmen beigetreten waren. Ziel des Konsortiums ist die Schaffung offener Standards für Mobilgeräte, in deren Zentrum das Open Source-Projekt Android steht. Die Software ist deshalb heute auf unzähligen Geräten verschiedenster Hersteller zu finden.

Vielseitigstes Betriebssystem auf dem Markt

Aus Nutzersicht kann Android als das vielseitigste Betriebssystem auf dem aktuellen Smartphone-Markt gesehen werden. Ähnlich wie ein PC-Betriebssystem gibt es dem Besitzer weitreichende Rechte und Möglichkeiten, das Smartphone oder Tablet an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Gleichzeitig ist die Oberfläche zugänglich genug, um auch von weniger technikaffinen Anwendern ohne große Eingewöhnungszeit genutzt werden zu können. Als vielleicht größtes Problem kann im Gegenzug die Verfügbarkeit von Software-Updates gelten. Weil die Verantwortung dafür bei den Geräteherstellern liegt, die den Aufwand der Software-Anpassung für ältere Produkte oftmals scheuen, verbreiten sich neue Versionen des Systems vergleichsweise langsam.

Android immer wieder von Sicherheitslücken betroffen

Für die Sicherheit von Android-Smartphones und -Tablets ist das problematisch, weil in früheren Versionen entdeckte Sicherheitslücken dadurch nicht mehr gestopft werden. Entwickler von Handyviren finden so immer wieder Angriffspunkte. Aufgrund der hohen Verbreitung ist das System bereits seit Jahren Hauptziel von Kriminellen. Nichtsdestotrotz kann Android als relativ sicher gelten, da Google trotz des offenen Ansatzes scharfe Kontrollen für Drittanbieter-Software eingeführt hat, die von Nutzern hauptsächlich über den App-Shop Play Store bezogen wird. Hält man sich an diesen und deaktiviert die Möglichkeit, Software aus unbekannten Quellen zu installieren – was in den Einstellungen jedes Android-Geräts möglich ist – genießt man einen verhältnismäßig hohen Schutz. Zusätzliche Sicherheit können heute zudem Handyviren-Scanner für Android verschaffen, die von verschiedenen Sicherheitsunternehmen angeboten werden.

 

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