Handybetriebssystem: Apple iOS

iOS kann als Prototyp der aktuellen Smartphone-Betriebssysteme gelten. Zwar war Apple längst nicht der erste Elektronikhersteller, der eine solche Software im Angebot hatte, dank frischer Ideen gelang es dem kalifornischen Unternehmen allerdings, das Smartphone aus der Nische zu holen und in ein Massenprodukt zu verwandeln. iOS spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Initialzündung für das Massen-Smartphone

Die Entwicklung des 2007 als iPhone OS vorgestellten Betriebssystems begann bereits 2005. Im Rahmen der ersten Tests arbeitete man bei Apple noch an einem Telefon, das an den iPod angelehnt war. Dazu gehörte beispielsweise die Steuerung über ein Clickwheel, wie man es von den Mediaplayern des Unternehmens kennt. Diese Idee wurde allerdings zu Gunsten eines Touchscreens verworfen.

Als Basis für die neue Software diente Apple das ebenfalls hauseigene Mac OS, das im Funktionsumfang abgespeckt und mit der für iOS typischen Oberfläche ausgestattet wurde. Deren einfache Bedienung war neben der Einführung des App Stores einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg des Apple-Smartphones. Beim Verkaufsstart 2007 fehlte der Shop allerdings noch – genauso wie zahlreiche andere Funktionen, die für damalige Mobiltelefone üblich waren –, was das iPhone anfangs zu einem Gerät machte, das in erster Linie bei Apple-Fans punkten konnte. Der Hersteller rüstete allerdings schnell nach und erlaubte 2008 Drittentwicklern die Bereitstellung von Software für iOS. Das iPhone entwickelte sich so in kurzer Zeit zu einem der vielseitigsten Geräte auf dem Markt.

Gefahr durch Handyviren bei iOS äußerst gering

Um trotz der Öffnung für Dritte das Sicherheitsrisiko gering zu halten, entschied sich Apple zu strengen Kontrollen der iOS-Software. Programme, die im App Store veröffentlicht werden sollen, durchlaufen einen Prüfprozess, bei dem potenziell schädliche Apps aussortiert werden. Seit dem Start des Shops sind tatsächlich nur wenige Fälle bekannt geworden, in denen Entwickler Programme mit sicherheitskritischen Funktionen an den Kontrollen vorbeischmuggeln konnten. Tritt dieser Fall ein, verhindert ein Sandbox-Konzept, das Apps vollen Zugriff auf das System erhalten, wodurch iOS noch schwerer angreifbar wird. Die Gefahr, ein iOS-Gerät mit Schadsoftware zu infizieren, gilt deshalb als äußerst gering.

Ausgenommen sind hiervon allerdings iPhones und iPads, deren Besitzer sich für die Anwendung eines Jailbreaks entschieden haben. Weil in diesem Fall die Sicherheitsbestimmungen Apples zu Gunsten einer größeren Nutzerfreiheit ausgehebelt sind, wird die Verbreitung von Handyviren durch Software, die nicht aus dem App Store stammt, zu einem realen Problem.

 

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